Inklusion mit Sternchen

Alle Menschen sollten gleichberechtigt und ohne Hürden am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – das ist der Kern GRÜNER Gesellschaftspolitik. Diesen Gedanken tragen wir, etwa bei der schulischen Inklusion, nach Außen. Und was für unsere Politik gilt, gilt natürlich für uns als Partei.

Max Mustermann ist ein Mythos: Fast jede*r Mensch gehört zu einer vermeintlichen Randgruppe. Ob Hautfarbe, Geschlecht, Handicap, sexuelle Identität, Religion oder Krankheiten – so gut wie jede*r entspricht in einem oder mehren Aspekten nicht dem sogenannten „Normalen“. Bei all der Verschiedenheit sind wir aber gleich: Gleich an Rechten und gleich an Chancen – so sollte es zumindest sein.

Dieser Gedanke steckt nicht nur als Schlagwort in unserer Politik. Dass wir es ernst meinen, merkt man an unseren Standards: Kaum eine größere Veranstaltung ohne Gebärdendolmetscher*innen, bei jedem Parteitag ist eine professionelle Kinderbetreuung mit dabei. Auch hier die Botschaft: Jede*r soll bei uns GRÜNEN mitmachen können – auch ohne Gehör und mit Kindern.

Familie und Politik

Klar ist: Teilhabe ist ein Prozess, den wir kontinuierlich verfolgen und verbessern müssen. Das betrifft etwa die Kinderbetreuung. Zwar ist sie für Landesparteitage oder Veranstaltungen des Landesverbandes geregelt, das allein reicht uns aber nicht. Hier auf dem Parteitag in Siegburg haben wir eine Satzungsänderung beschlossen, in der die Erstattung von Kinderbetreuungskosten geregelt wird. Denn für uns endet die Vereinbarkeitsfrage nicht bei Familien und Beruf, wir wollen sie auch für das politischen Ehrenamt. Ziel ist, allen Eltern und insbesondere Alleinerziehenden ehrenamtliche Arbeit in der Partei zu erleichtern und sie zur Übernahme von Ämtern zu motivieren.

Sprache ist Macht

Es ist kein Zufall, dass es mehr Politiker, Manager und Polizisten als Politikerinnen, Managerinnen und Polizistinnen gibt. Genau anders ist es bei Krankenschwestern, Sekretärinnen und Arzthelferinnen. Sprache ist unser Zugang zur Wirklichkeit und diverse empirische Studien haben gezeigt, dass das generische Maskulinum Frauen nicht anspricht. Dem haben wir GRÜNE bisher mit dem Binnen-I entgegengewirkt.

Allerdings hat das Binnen-I eine Schwäche: Es setzt das binäre System fort. Dabei gibt es viele tausend Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen können oder wollen. Daher ist es nur konsequent, dass die LDK eine neue Form des Genderns beschlossen hat: den GenderStar. Er entspricht unserem Ziel, gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*-Menschen und Intersexuellen zu erreichen.

Parteiarbeit für alle

Auch jenseits von Veranstaltungen gilt es, Barrieren abzubauen. Gerade bei der Arbeit in LAGen oder in Gremien der Gliederungen gibt es immer wieder Bedarfe nach Unterstützungsleistungen. Wir setzten uns dafür ein, die Beteiligungsmöglichkeiten in unserer Partei auszuweiten und für alle Menschen möglichst einfach zu gestalten. Daher hat die LDK die Bildung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Ihr Auftrag: Sie erarbeitet die Möglichkeiten, wie der Unterstützungsbedarf in LAGen und Gliederungen realisiert werden kann. Die Ergebnisse werden auf der nächsten LDK vorgestellt – auch dort wieder mit Gebärdendolmetscher*innen und Kinderbetreuung.

Artikel kommentieren

 

* Pflichtfeld